Man stelle sich vor, in Rio würde es beim Karneval eine "Zuflussbegrenzung" geben. Die Copacabana würde in vier Zonen eingeteilt und auch, wenn noch reichlich Platz für weitere Zuschauer vorhanden wäre, dürften nur dann Feiernde nachrücken, wenn ebenso viele Personen das Areal verlassen. Nein, viel zu weit her geholt: Bleiben wir in Köln und stellen uns den
Heumarkt an Rosenmontag vor.
Wer auf die Idee käme, den Platz nach dem 5.000. Besucher dicht zu machen, bekäme von den nachrückenden 15.000 Jecken vermutlich einiges zu hören. Doch bei der WM geht die Stadt Köln plötzlich auf Nummer sicher. Obwohl auf dem Heumarkt, der offiziellen Public-Viewing-Area, beim Spiel Brasilien gegen Kroatien selbst Flip-Flop-Träger keine Angst vor blauen Zehen haben müssen, ist bei rund 10.000 Füßen erstmal Sense. Die Folge: Auch nach Spielbeginn bilden sich immer wieder Schlangen vor den Eingängen. "Nur für jeden, der geht, darf einer rein" lautet die strikte Anweisung für die Sicherheitskräfte. "Sonst stürzt die Tiefgarage ein", so die ernst gemeinte Erklärung einer Ordnerin. Schade nur, dass so auch die Stimmung außen vor bleibt.
P.S: Die große Freude, dass es zur tendenziell gekochten "German Bratwurst", die einem in den WM-Stadien kredenzt wird, endlich mal eine vernünftige Alternative in Form des kölschen "Rievkooche" gibt, weicht schon nach dem ersten Bissen der angewiderten Ernüchterung. Und mit dem exorbitanten Fettgehalt dieser fiesen Kartoffelpuffer kämpfe ich noch jetzt, Stunden später.
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